Jahresbericht 2025

Wo Alpakas führen und der Alltag nie stillsteht

Als Highlight unter vielen schönen Team-Momenten bleibt vor allem ein Ereignis besonders in Erinnerung: unser Team-Event im vergangenen Jahr. In drei Gruppen – sodass wirklich alle teilnehmen konnten – durften wir ein ebenso lustiges wie wunderbares Alpaka-Trekking in der Natur von Ortschwaben erleben. Beim Spaziergang mit den Alpakas war die Aufgabe klar: Wir sollten sagen, wo's langgeht – nicht umgekehrt. In der Praxis zeigte sich allerdings rasch, dass die Alpakas ausgesprochen autonom unterwegs sind.

CNS

Führen, Entscheiden über Fress- oder Liegepausen wäre eigentlich unsere Aufgabe gewesen, erwies sich aber als gar nicht so einfach. Der gelungene Tag fand seinen gemütlichen Ausklang bei Grilliertem, reichlich Beilagen und einem feinen Dessertbuffet im Pfadiheim Ortschwaben.

Das Jahr 2025 war für mich, die ich nun schon seit 2012 im Notfall Sonnenhof arbeite, vor allem durch den Leitungswechsel sehr prägend. Jean-Marc Gauer trat Ende November 2025 in den wohlverdienten Ruhestand – oder besser gesagt: Er wagte mehr als nur einen Schritt über eine Übersee-Distanz hinweg. Ein Leben und Arbeiten ausserhalb Europas war ihm bereits aus seiner Zeit in Ras al-Khaimah vertraut. Gemeinsam mit seiner Frau ist er in deren Heimat auf die Philippinen ausgewandert.

Jean-Marc hat mit seiner warmherzigen Art, seiner Geduld und seinem ehrlichen Interesse an jedem Einzelnen etwas geschaffen, das bleibt. In seinen Fussstapfen übe ich mich aktuell darin, nichts zu überstürzen und Ruhe sowie Beständigkeit zu bewahren – auch wenn es an sprudelnden Ideen für 2026 nicht mangelt.

Langweilig wurde es uns im klinischen Alltag garantiert nie. Zunehmend herausfordernd und belastend sind die fehlenden stationären Aufnahmekapazitäten. In Zahlen ausgedrückt behandelten wir im Jahr 2025 insgesamt 11'766 Notfallpatientinnen und -Patienten, das sind 302 mehr als im Jahr 2024. Rein rechnerisch entspricht dies lediglich 0.8 Patientinnen und Patienten pro Tag – gefühlt war es jedoch deutlich mehr. Grund dafür waren ausgeprägte Spitzentage mit erstmals über 50 Notfallkonsultationen an einem einzigen Tag. Auch die geplanten Nachkontrollen nahmen weiter zu: von 3'017 Konsultationen im Jahr 2024 auf 3'464 im Jahr 2025, ein Plus von 447 Patientinnen und Patienten. Dies brachte uns nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich an unsere Kapazitätsgrenzen.

 
Nebst vielen anderen Tätigkeiten wurde viel gegipst, zahlreiche Schultern erfolgreich reponiert und unzählige distale Radiusfrakturen aufgehängt und versorgt. Wünschenswert wäre, dass dank TARDOC – der uns bislang vor allem Mehraufwand beschert hat – im Jahr 2026 eine statistische Auswertung zu Frakturversorgungen, Schulterrepositionen und Ähnlichem zur Verfügung stehen. Es gibt Glatteistage, an denen die Diagnose gefühlt zehnmal hintereinander «Sturz auf Eis» lautet -in unterschiedlichsten Variationen betroffener Körperregionen. Aktuell sind wir daher auf der Suche nach einer zweiten Aufhängevorrichtung mit sogenanntem «Mädchenfänger» (genderneutral wohl treffender: Fingerhülsen) für distale Radiusfrakturen.

Ich freue mich nun zunächst auf weniger Skistürze und vermisse die Bike-Stürze ehrlich gesagt noch nicht.

Mein grosses Lob und mein herzlicher Dank im Jahr 2025 gelten unseren topmotivierten, lernfreudigen, engagierten und pfiffigen Assistenzärzt:innen. Auch in strengen Schichten leisten sie Grossartiges – sie sie sind einfach toll!

Danke natürlich auch dem gesamten Team für euren grossen Einsatz im 2025.

Ein Bericht von Dr. med. Christine Heigl, Leitende Ärztin Notfall Sonnenhof

C. Heigl